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Ein Skatepark auf dem Berg

2252 Meter hohe Frontside Airs

Im ersten Moment dachte ich an eine Photoshop Montage. Dieser Skatepark da oben auf einem Berg, mit riesigem, aufgemalten Roboter direkt neben einer Gondelstation, der in meinem Insta Feed auftauchte, sah einfach zu unrealistisch aus um wahr zu sein. Stellte sich aber raus, doch, den gibt es wirklich, er heißt "Galaaxy Skatepark" und befindet sich in Laax auf dem Crap Sogn Gion. Die Jungs dort haben ihn sogar ein bisschen größer als geplant gebaut, damit der Schweizer Vans Shop Riot dort stattfinden kann. Wir haben Cedric Romanens von der Freestyle Academy gefragt, was es mit dem Park auf sich hat.

Photos: Alan Maag

Cedi, erzähl mal davon was ihr da in Laax so macht.

Laax ist eigentlich ein Wintergebiet, bekannt für hochwertiges Freestyle Snowboarden, weil wir eine große Halfpipe gebaut und einen echt großen Park mit Rails und Boxen haben. Vor knapp neun Jahren haben wir für Schlechtwettertage eine Halle eingerichtet, mit Trampolinen und wo man Transition skaten kann. Das ist die Freestyle Academy. Wir haben in der Halle eine fette Indoor Vertramp mit fast 15m Breite. Richtig Geil. Keiner kann die fahren, weil wir Schweizer schon lange keine Vert mehr haben, aber wir lernen jetzt gerade alle Tricks auf 3,90 Meter. [lacht] Da brauchst du die eine oder andere Packung Eis, aber langsam gehts.

Das heißt es ist so ein bisschen wie ein Woodward Camp?

Ja, so ein bisschen die europäische Version davon. Wir bieten auch so Camps an. Das alles geht in die Richtung von dem, was die Amis haben, nur eben Schweizerisch. Da gibt es einen Unterschied. [lacht] Aber so kannst du es dir ungefähr vorstellen. Wir haben auch den Team Trouble Contest. Die Idee von Teams und Skaten über mehrere Tage in den Bergen fand ich einfach zu geil. Und wir haben eine echt geile Bowl und dann hab ich damit in 2013 begonnen.

Wie ist denn jetzt die Idee gekommen, dass man auf dem Berg einen Park baut?

Das Skaten ist durch die Freestyle Academy sehr groß geworden. Extrem viele Leute wollen hier Skaten. Berge und Skaten ist ja oft eine unglückliche Kombination, aber hier funktioniert es. Vor vier Jahren haben wir dann eine Snakebowl gebaut. Eine Bowl ohne Coping. Hueregeil! Das Jahr darauf haben wir den ersten Downhill Snakerun gebaut, der eigentlich ein Pumptrack war. Das alles hat super geil funktioniert und dadurch sind auch Eltern mit ihren Kindern auf den Berg gekommen und schon war man dort nicht mehr allein. Später hieß es dann: „Wir brauchen eine Belebung des Berges“, weil es ja nicht schlau ist, wenn du eine Infrastruktur hast auf 2000 Metern und nach sechs Monaten geschlossen ist.

"Man ist wirklich hoch auf dem Berg und kann fette Sessions skaten. Und die Aussicht ist wirklich geil sag ich dir!"

Wer hat nach dieser Belebung gefragt? Kam das von Seiten der Gemeinde?

Die Geschäftsleitung von der Weißen Arena [Dachorganisation in Laax zu der auch die Freestyle Academy gehört, Anm. d. Red.] , weil die immer probieren noch mehr zu machen für den Tourismus, der im Sommer ein bisschen abflacht. Klar Wandern und unsere wunderschönen Seen sind immer noch ein Thema, aber das Thema Rollen, wie wir es mit den Skateanlagen angepackt haben, hat halt auch geholfen noch mehr Leute hoch zu holen. Aus dem Grund wollte man diese Belebung auf dem Crap Sogn Gion. Das ist auch da wo die Halfpipe ist und der Beginn vom Snowpark, und da fand man, dass es doch geil wäre, wenn da noch was ist wo sich jeder denkt: „Ey, einmal muss ich da hoch.“ Ich kannte dann halt nur eine Person, die kreativ genug ist, was zu bauen, das hier in unsere Konzepte reingepasst hat. Wir haben dann Oli Bürgin gefragt und der hat uns den Visitor, diesen Roboter-Park entworfen, so wie du ihn jetzt eigentlich auf dem Berg findest. Weil der Visitor war vor ein paar Jahren schon mal benutzt worden, aber nur als Figur.

Wie lange bleibt der Park jetzt?

Der Park ist aus Holz und wird Mitte Oktober wieder abgebaut, über den Winter in Containern gelagert und nächstes Jahr im Juni bauen wir den dann wieder auf. Im Winter liegen dort zum Teil drei bis vier Meter an Schnee und du brauchst ja dann diesen Platz für die Halfpip. Aber im Winter kannst du ja eh indoor Vert und Bowl fahren und natürlich ist auch ’ne Mini Ramp in der Halle. Und im Sommer haben wir dann diesen neuen Streetplaza und den Snakerun wo man einfach cruisen und ne gute Zeit haben kann. Wir haben uns hier so ein kleines Skateboard Paradies aufgebaut.

Wie lange hat Oli das mit seinem Team gebaut?

Ich glaube das hat irgendwo im März gestartet, als noch Winter war. Dann hat er gezeichnet und alles ging hin und her, dann war Ende Mai, wo es schließlich konkret wurde mit den Plänen. Er konnte aber noch nicht ausmessen, weil wir hatten einen Bombenwinter und noch huere-lang Schnee da oben liegen. Gleich nach dem Rollercoaster hat er dann nur zwei Wochen gebraucht um den Park zu bauen.

Wer hat denn den Visitor auf den Park gemalt?

Das war ein Künstlerpärchen namens Yummie Industries.

Silvano De Florin Fs Ollie Fakie Galaaxy

Silvano Deflorin – Frontside Ollie to Fakie

Wie ist es denn jetzt, über 2200 Metern zu skaten?

Das Problem ist, dass ich das garnicht sagen kann, weil ich ja schon so lange hier lebe. Aber man ist wirklich hoch auf dem Berg und kann fette Sessions skaten. Und die Aussicht ist wirklich geil sag ich dir!

Es gibt ja in Bolivien einen höher gelegenen Skatepark, aber ist das hier der höchstgelegene in Europa?

Ich weiss es nicht. Wir haben auch nicht mit Europa verglichen, sondern mit Amerika. Lake Tahoe zum Beispiel, die haben auch Skateparks und die sind auch extrem hoch oben. In Europa gibt es ja auch in Frankreich noch so fette DIY-Spots in einem Winter Resort. Da hab ich Fotos gesehen, aber ich denke, dass die ein bisschen tiefer liegen, weil bei uns muss man ja wirklich die Bahn nehmen um hoch zu kommen. Aber bevor ich sage, dass es der höchste in Europa ist, müssen wir es abchecken. Er ist aber sicherlich einer der höchstgelegenen Parks in Europa.

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