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FLVR Collective Interview

Skateboarding und Kunst sind seit jeher Weggefährten und aus dieser Symbiose entstehen bisweilen so grandiose Werke wie die von Marc McKee, Jim Phillips oder Sean Cliver. Auch das Skateboarding selbst wird oft zur Kunstform erhoben, verschließt sich jedoch häufig dem Auge des nicht selbst aktiven Betrachters. Diese Diskrepanz versucht das FLVR Kollektiv aufzulösen, indem „sensitive research about skateboarding“ betrieben wird. Weil das ein wenig kryptisch klingt haben wir mit dem Mitbegründer des Kollektivs, Xavier Staal, gesprochen und der erklärt, was es damit auf sich hat.
Hey Xavier, erzähl uns doch mal kurz und knapp, was das FLVR Kollektiv macht.
Gerne, wir versuchen einfach Skateboarding und Kunst zu verbinden und daraus einen neuen Ansatz für beides zu generieren. Im Endeffekt produzieren wir halt einfach Decks beziehungsweise Grafiken.
Da du ja einer der Gründer bist: Wie seid ihr auf die Idee gekommen FLVR zu machen und wer ist Teil davon?
Den Kern bilden Youri Fernandez, Paul Bizcarguenaga und ich. Paul ist ein wichtiger Ideengeber für FLVR, bleibt aber lieber im Hintergrund. Youri kümmert sich um das künstlerische Konzept und ich mich um das Geschäftliche. Im Endeffekt treffen wir unsere Entscheidungen aber fast immer zusammen und sind auch persönlich gut befreundet. Wir wollten einfach eine Skateboard–Brand machen, aber nicht auf die konventionelle Art und Weise. Wir haben uns deshalb entschieden, uns auf die Boardgrafiken zu fokussieren und anstelle eines traditionellen Teams mit Skatern hauptsächlich Künstler ins Team zu holen.

Youri und PaulPaul und Youri im Local–Shop

Euer aktuelles Projekt heist Fougère. Was macht ihr da genau?
Das ist unsere neue Serie, wir kooperieren mit dem Fotografen Clement Chouleur. Es ist ein interdisziplinäres Projekt, eine wirkliche Vermischung von Skateboarding und Kunst. Das Ergebnis waren Ausstellungen in Frankreich und Berlin. Zuerst gab es die Fotos von Clement, dazu dann die zugehörigen Kunstwerke und Boards, daneben noch eine Video–Performance, von der ein Teil ein Skatevideo ist.
Ihr hattet jetzt mehrere Ausstellungen, zum Beispiel in Berlin und Paris. Wie liefen die ab?
Es hat alles ziemlich gut geklappt.Wir dachten halt, dass wir anstelle von Werbung Ausstellungen machen. Damit können wir einerseits unseren Stuff und die Künstler besser präsentieren, andererseits mit den Leuten interagieren, die Interesse an dem haben, was wir machen. Es ist immer besser Ideen teilen zu können und man bekommt auch direkt Feedback.
Auf der Ausstellung war auch was von Mixen vom Shrn zu sehen, wie ist der Kontakt zu Stande gekommen?
Wir haben ihm Bilder von Clement geschickt und er hat eines davon mit seiner Kunst nachinterpretiert. Seine Illustration ist auch in dem Buch zu sehen, das es zu den ersten 100 Boards dazu gibt. Mixen ist einer der 15 Künstler, die daran mitgearbeitet haben. Shrn ist auch der erste Shop in Deutschland, der unsere Bretter verkauft hat, die supporten uns von Anfang an.
Da du schon von Feedback sprichst, wie haben die Leute eure Sachen denn angenommen?
Wir hatten eigentlich nur positives Feedback, die meisten mochten was wir tun. Wir hatten ein sehr eklektisches Publikum, nicht nur Skater sondern auch Leute die noch nie Skateboard gefahren sind und vor allem viele Künstler. Eigentlich mochte jeder unseren Ansatz.
Also versucht ihr ein breiteres Publikum zu erreichen, nicht nur Skater?
Ja genau, das ist Teil der gesamten Idee. Wir wollen mehr Leute erreichen und zeigen Skateboarding deshalb auf eine andere Weise als normal. Nicht einfach nur Trickgewitter, sondern mit Fokus auf Ästhetik. Eigentlich ist Skateboarding ja überall sichtbar auf der Straße und wir versuchen auch Außenstehenden die Möglichkeit zu geben es zu verstehen. Damit meine ich nicht nur die Tricks, sondern das Nutzen der Architektur auf andere Weise als der Architekt es sich erdacht hat. Eine schöne Ästhetik.
Auf eurer Website steht ihr würdet „sensitive research about skateboarding“ betreiben. Was bedeutet das?
Das hat etwas mit dem Video zu tun, das wir gerade machen. Wir haben ein größeres Konzept entwickelt, das unterschiedliche Ansätze und Ebenen bietet, Skateboarding zu verstehen. Es fängt an mit dem Boden, danach folgen die Spots und so weiter… Dann konfrontieren wir den Blick des Skaters mit dem eines Außenstehenden. Betrachtet man die Performances im Video, dann sieht man, wie die Skater mit dem was sie sehen interagieren. Sie sehen einen Spot, denken an Tricks, während andere eine vollkommen normale Bank sehen. Nach einer Weile aber verstehen sie den Ansatz des Skaters und das ist ja Teil unseres Konzeptes. Wir wollen jeden einzelnen Aspekt des Skatens beleuchten, nicht nur die Innen–, sondern auch die Außensicht.

Wir wollen jeden einzelnen Aspekt des Skatens beleuchten, nicht nur die Innen–, sondern auch die Außensicht

Ist das Kollektiv für jeden geöffnet? Wie habt ihr die Leute ausgewählt, mit denen ihr bisher gearbeitet habt?
Hauptsächlich sind wir einfach zusammen skaten gegangen und Freunde geworden, haben darüber gesprochen was wir zusammen auf die Beine stellen könnten. Wir versuchen aber auch Leute einzuladen, die nichts mit Skaten zu tun haben. Wann immer wir die Arbeit eines Künstlers richtig gut finden, versuchen wir die Möglichkeiten auszuloten, etwas gemeinsames zu tun. Es ist einfach ein organischer Prozess. Eigentlich ist es beides, eine Board Serie und ein Ausstellungskonzept. Wir sind da nicht eingeschränkt, was Leute angeht, die mit uns arbeiten. Wichtig ist nur, dass wir sie persönlich kennen.
Was habt ihr mit FLVR in der Zukunft vor? Mehr als die Board Serie und das Video?
Wir wollen auf jeden Fall auch noch Klamotten machen, auf die selbe Art und Weise, die wir für die Boards genutzt haben. Wann immer das durch ist fangen wir wieder mit einer neuen Boardserie, einem neuen Konzept an und suchen uns Künstler, mit denen wir zusammenarbeiten. Wichtig sind gerade vor allem die Klamotten, mal sehen wie das klappt. Shirts oder so, was sich ergibt.

FLVR AdEtienne Gros, Artwork von Theo Belot

Und das alles macht ihr komplett ohne festes Skate–Team?
Eigentlich war das der Plan, wir wollten kein Skate–Team im herkömmlichen Sinne. Es geht darum, dass wir neue Wege erschließen und nicht das wir Logo– und Pro–Boards machen. Im Endeffekt haben wir aber super viele Leute kennengelernt, Freunde gefunden. Die wollen wir natürlich auch supporten, weil sie so geil skaten. Die Leute die mit uns Zeit verbringen sind auf jeden Fall mit uns befreundet und wir rufen sie für die Projekte an, es kann aber auch sein, dass sie mal nicht teilnehmen. Sie können auch Boards von anderen Company fahren. Eher ein Freundeskreis als ein Team.
Heißt das, ihr flowt aber schon ein paar Leute?
Wir überdenken das zumindest gerade, weil wir ja eigentlich die Idee hatten, Teamfahrer komplett durch Künstler zu ersetzen. Vielleicht war das aber zu krass und wir integrieren schon ein paar Skater in das Kollektiv, nur eben ohne sie fest auf einer Website zu führen. Es ist uns hauptsächlich wichtig, dass wir die Leute wirklich kennen und sie Bock haben was mit uns zu machen.
Vielen Dank Xavier!
Sehr gerne.

Etienne Gros Kickflip to Fakie Ètienne Gros – Kickflip to Fakie

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