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Was machen Skater während der Corona Pandemie? – Giorgi Balkhamishvili

Als schlimmste Krise seit dem zweiten Weltkrieg wird die Corona-Pandemie seitens der UN mittlerweile bezeichnet und wie auf fast jeden Erdenbürger hat sie natürlich auch auf Skateboarder Auswirkungen. Wir haben ein paar Szenevertreter interviewt um zu sehen, wie sie mit der Situation umgehen. Um zu erfahren was Proifskater so während dem Kontaktverbot treiben, haben wir Giorgi Balkhamishvili in Berlin angerufen.

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Giorgi, was geht bei dir?

Nix los. Ich kuck gerade fern.

Und wie ist allgemein die Lage in Berlin?

Wenn du durch die Straßen gehst wird erst mal ausgecheckt, ob du mit Mundschutz unterwegs bist. Wenn du mit einem Kumpel unterwegs bist und nicht den nötigen Abstand hältst, wird auch schief gekuckt. Verständlich auch. Aber ich finde es jetzt nicht so dramatisch hier. Also noch geht’s, es ist ja noch keine Ausgangssperre sondern einfach nur eine Kontaktsperre. Könnte schlimmer sein.

Wann warst du denn das letzte Mal skaten?

Ich war vorhin mit einem Kumpel beim Ernst Thälmann Denkmal. Das ist hier direkt in der Nähe in einem Park wo nicht viele Leute sind. Falls da noch ein anderer Skater kommt hat man immer noch genug Abstand und küssen tun wir uns jetzt auch nicht. Die Skateparks sind alle zu. Letzte Woche sind deshalb viele zum Polendenkmal und da kam dann die Polizei und meinte: „Das geht auf keinen Fall“, weil man ja höchstens nur noch in Zweiergruppen raus soll. Und auf die Verhaltensregeln wird schon geachtet und beim „Hallo“ sagen gibt man auch nicht mehr die Hand.

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Kuscheln mit Brad Staba geht in Corona Zeiten leider nicht mehr

Wie ist denn die Lage in Georgien?

Da ist es stärker reglementiert. Da ist es so, dass man nach 21 Uhr gar nicht mehr raus darf. Die Polizei patrouilliert, es gibt hohe Geldstrafen und als Wiederholungstäter kann man sogar ins Gefängnis kommen.

Was hat die Pandemie für dich jetzt für Auswirkungen bezüglich Sponsoren, Events, Trips?

Eigentlich eher weniger. Ich war mit Farid [Ulrich], Dan [Schulz] und David Jakinda kürzlich noch in Lissabon und wir sind zurückgekommen am Tag bevor es los ging mit Flüge canceln und sowas. Das war jetzt der letzte Trip. Ich wollte zwei Wochen später nach Paris, aber das hat sich dann natürlich erledigt. Keiner kann ja gerade reisen, das ist natürlich ein bisschen blöd, aber ich find es nicht schlimm. Wir alle sind ja irgendwo am Arsch, da brauch ich jetzt nicht schlecht drauf sein.

"Die Neujahrsvorsätze kann man auf 2021 verschieben. Jetzt macht die Welt erst mal Sommerferien"

Du hast dir ja die Zeit in der Wohnung auf Instagram schon gut vertrieben. Werden deine Möbel die Kontaktverbot-Zeit überstehen?

[lacht] Denen geht’s eigentlich ganz gut. Die Couch hat kurzzeitig gelitten und ist ein kleines bisschen verbogen, aber das hab ich wieder zurückgebogen. Ich dachte auf jeden Fall, das wäre ein bisschen massiver…

Der 50-50 drop sah radikal aus.

Da dachte ich, was kann ich am bescheuertsten in meinen vier Wänden machen und hatte halt drei so Leisten Zuhause, aber die konnte ich halt nur an das höchste Obstacle ran stellen. Ich dachte, was soll ich sonst machen? Ich hatte nix anderes rumliegen und dann musste ich ein bisschen übertreiben. Ich hatte auch Angst. Ich dachte, ich bin hier alleine und wenn’s schiefgeht ist’s echt blöd gelaufen. Aber ich kann die Risiken dann schon einschätzen.

Da wäre man in Erklärungsnöten, wenn man dem Notarzt in Corona Zeiten sagen müsste, warum man ihn gerufen hat. [lacht] Hast du denn ein spezifisches Covid-19-Power-Work-Out entwickelt, um dich fit zu halten?

Ich hab mit einer 10-Kilo Hantel probiert wie oft ich sie mit einem Arm hochheben kann. Zwei Tage später hatte ich den schrecklichsten Muskelkater. Sowas ist keine Option für mich.

Wie viele hast du denn geschafft?

70 Stück. Danach war mein Arm wie der von Arnold Schwarzenegger. Dann dachte ich, ich muss jetzt den anderen auch ein bisschen trainieren. Danach hatte ich vier Tage absolut keine Kraft.

Dass die Olympischen Spiele verschoben wurden berührt dich wahrscheinlich auch eher weniger.

Das ist mir voll egal aber ich hätt’s schon gerne gesehen bzw. man hätte sich gefreut, wenn’s vorbei gewesen wär. [lacht]

Und du bist ja so oder so der World’s Greatest Skateboarder.

Genau und eine Trophäe hatte ich auch schon mal in der Hand. Ist auch nur Metall.

Apropos Trophäen: Wie viele Rollen Klopapier hast du noch?

Ich glaube drei, aber davon eine im Badezimmer und zwei neben meinem Bett.

Brauchst du die gerade häufiger neben dem Bett?

Ich glaub ja. Mein Datenvolumen ist auch aufgebraucht. [lacht]

Wie ist denn die Klopapier Situation in Berlin?

Ich hab schon seit zwei Wochen keine Rolle mehr im Supermarkt gesehen. Aber Eric Erhardt arbeitet in einem Supermarkt und der unterstützt mich mit Klopapier. Zur Not kann man ja auch duschen, aber ich hab mir schon überlegt, wenn’s wirklich nicht geht, könnte man auch einen Tampon aufschneiden oder sowas.

Denkst du Skateboarding wird sich durch diese Erfahrung verändern? Welche Auswirkungen könnte die Pandemie haben?

Momentan filmt ja wahrscheinlich keiner einen Videopart, deshalb denke ich, dass dieses Jahr weniger Parts rauskommen werden. Diejenigen die danach einen Part rausbringen, bekommen dadurch auf jeden Fall mehr Aufmerksamkeit. Und auch auf die Events werden sich viele freuen, weil es sicher lange keine großen Zusammentreffen geben wird. Ich würde mal sagen, die Neujahrsvorsätze kann man auf 2021 verschieben. [lacht] Jetzt macht die Welt erst mal Sommerferien. Andere sind davon stärker betroffen, andere weniger oder gar nicht. Aber als jemand der vom Skaten lebt, ist es nicht super schlimm.

Das Schlimmste ist wohl, dass all die Spots da draußen jetzt leer sind und man nicht hin kann.

Theoretisch kannst du ja zu zweit rausgehen. D.h. Skater und Filmer würde gehen. Aber mit drei, vier Leuten ist halt kacke. Aber da muss man halt jetzt durch.

Dafür dass es die größte globale Krisensituation seit dem zweiten Weltkrieg ist, geht es uns noch ziemlich gut. Ich hab fließend warm Wasser, Netflix ist am Start…

Kann man auf jeden Fall aushalten. Der Fernseher kann einem ja schon fünf Stunden vom Tag rauben und den Rest kriegt man auch noch irgendwie rum.

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